Therapie von Psychosen
Welche Nebenwirkungen gibt es?
Alle Medikamente zur Behandlung von Psychosen können mit Nebenwirkungen
verbunden sein. Welche Nebenwirkungen auftreten, hängt v. a.
von der Art und Dosis des Medikaments und von Ihrer persönlichen
Empfindlichkeit ab. Ziel der medikamentösen Therapie ist es, dass
Sie gar keine oder möglichst wenig Nebenwirkungen haben. Dementsprechend
ist der Arzt auf Sie angewiesen, dass Sie ihm Ihr subjektives Erleben
schildern und ihn auf mögliche Nebenwirkungen hinweisen. Wenn Sie
solche Nebenwirkungen haben, bedeutet dies nicht automatisch, dass das
Medikament abgesetzt wird. Besprechen Sie alles Weitere mit Ihrem Arzt!
Antipsychotika: Worauf ich achten muss
Atypische Antipsychotika
- Je nach Medikament kann es zu beträchtlicher Gewichtszunahme
kommen. Unter einigen Atypika kann ein sog. metabolisches Syndrom entstehen.
Dies ist grob gesprochen eine Kombination aus hohem Gewicht, erhöhten
Blutfetten und vergrößertem Bauchumfang. Ein metabolisches
Syndrom kann zu Folgeerkrankungen führen, v. a. zu Diabetes
und Herzkreislauferkrankungen. Eine ungesunde Lebensweise mit fettreicher
Ernährung, wenig Bewegung, Alkohol und Rauchen trägt zusätzlich
zur Entstehung bei.
Konventionelle Antipsychotika
- V. a. „ExtraPyramidal-Motorische Störungen“
(EPMS = Störungen des Bewegungsablaufs, wobei Sie sich steif, schwer
und nicht mehr so beweglich fühlen) und „Tardive Dyskinesien“
(TD = nach Jahren auftretende Bewegungsstörungen der Gesichtsmuskulatur,
unwillkürliche Bewegungen anderer Körperteile). Menschen mit
einer bipolaren Erkrankung sind für die motorischen Nebenwirkungen
oft sehr sensibel, so dass diese besonders häufig auftreten.
Stimmungsstabilisierer: Worauf ich achten muss
Lithium
- Zittern der Hände (Tremor), vermehrtes Wasserlassen (Polyurie),
Durst, Gewichtszunahme, Schilddrüsenfunktionsstörungen (deshalb
Kontrollen notwendig), Konzentrationsstörungen und möglicherweise
Verschlechterung bereits bestehender Hauterkrankungen.
- Bei einem zu hohem Lithiumspiegel kann es zur sog. Lithiumintoxikation
kommen. Symptome sind u. a. körperliche Verlangsamung, Schläfrigkeit,
Sprachstörungen und Gangstörungen. Dann muss sofort der Arzt
aufgesucht werden!
Carbamazepin
- Anfänglich Schwindel und Übelkeit.
- Allergische Hautreaktionen, Haarausfall, Kopfschmerzen und Verminderung
der Natriumkonzentration können auftreten. Carbamazepin führt
selten zu Blutbildveränderungen, weshalb regelmäßige
Blutbildkontrollen unerlässlich sind.
Lamotrigin
- Anfänglich Schwindel und Müdigkeit.
- Eine seltene Nebenwirkung ist die Ausbildung von allergischen Hautreaktionen.
In der Regel sind diese harmlos und klingen nach dem Absetzen des Medikaments
rasch ab. Äußerst selten kann sich ein sog. „Lyell-Syndroms
“ („Syndrom der verbrühten Haut“) entwickeln,
das bei Nichtbeachtung tödlich verlaufen kann.
Antidepressiva: Worauf ich achten muss
Antidepressiva
- Je nach Medikament können Schwindel, Schwitzen, Blutdrucksenkung/-erhöhung,
Mundtrockenheit, Magen-Darm-Probleme und Gewichtszunahme wie auch sexuelle
Funktionsstörungen auftreten. Zudem besteht die Gefahr, das es
unter antidepressiver Therapie zu einem „Wechsel“ in die
Manie kommt..