Bipolare Patienten schöpfen das Menschsein weiter aus als andere. Die Reaktion auf unglückliche Erlebnisse fällt unterschiedlich aus, die Eigendynamik von Seele, Körper und sozialem Umfeld kann deutlicher sein als bei anderen. Entsprechend muss auch die Therapie vielfältig sein.
Die medizinische Behandlung reicht in der Regel nicht aus. Therapeutische Beziehungsarbeit kann helfen, das eigene Selbstwertgefühl zu stabilisieren und die Suche nach Sinn zu begleiten. Sie kann helfen, fremde Erwartungen zu überprüfen und eigene Maßstäbe zu entwickeln. Gerade weil nahe Angehörige Gefahr laufen, in die Dynamik einbezogen zu werden, ist hier eine vom Betroffenen getrennte sowie eine integrative Unterstützung unerlässlich. Sie unbeachtet zu lassen, kommt einem Kunstfehler gleich.
Gerade bei Bipolaren Störungen reicht eine rein psychoedukative Arbeit nicht aus. Psychotherapeutische Einzel- und/oder Gruppenbehandlung ist genauso wichtig wie eine medikamentöse Behandlung. Gerade die Gruppentherapie trägt der besonderen Problematik Rechnung: In der Gruppe können die Patienten lernen, sozusagen im Spiegel des anderen die eigene Phasen besser zu verstehen und zu relativieren und sich dadurch zu stabilisieren.
Die therapeutische Arbeit sollte strukturübergreifend sein, also Patienten unabhängig von ihrem Behandlungsstatus begleiten. Nur so kann eine vollständige Wahrnehmung gelingen, nur so eine Integration der Extreme gefördert und eine Tendenz zur Mitte angestoßen werden.
Eine Therapie sollte so bald wie möglich begonnen werden. Das gilt für die erste bipolare Phase wie auch im Falle einer erneuten bipolaren Episode, also bei einem Rückfall. Entsprechend der vielfältigen Eigendynamik geht es meist um eine Kombination aus psychologischen, sozialen und medizinischen Therapien.
1. Psychotherapie kann Medikation nicht ersetzen, ist aber unverzichtbar wegen der besonderen psychischen Eigendynamik der Bipolaren Störung, v. a. wegen dem
2. Medikation kann Psychotherapie nicht ersetzen, ist aber wegen der besonderen somatischen Eigendynamik mit der Gefahr erneuter Phasen wichtig.
3. Soziale Erfahrungen können den Krankheitsverlauf und die Genesung günstig oder ungünstig beeinflussen. Auch hier ist das Risiko einer besonderen soziale Eigendynamik zu beachten.
Bei einer phasischen Erkrankung mit stabilen und krisenhaften Zeiten stellen Integration und Kontinuität der Versorgung eine besondere Herausforderung und Notwendigkeit dar:
Folgende häufig angewendete Therapien stehen zur Verfügung
